WANDERGOGIK

Pädagogisch ausgerichtetes Wandern mit Gruppen in der Natur

Pädagogik und Wandern – ein alter (Wander-)Hut

Wandern eignet sich sehr gut, um deine Themen, deine Inhalte, deine Zielgruppen und deine Haltungen in einem pädagogischen Lernsetting zusammenzuspannen.  Die Verbindung aus Pädagogik und Wandern ist eine oft genutzte, beliebte und auch schlüssige Form, mit Gruppen zu arbeiten.

Was bei „Wandern“ mitschwingt – die Wurzeln

Irgendwann im 18. Jahrhundert tauchen auf Gemälden Menschen auf, die offenbar nicht zu Fuß gehen, weil sie es müssen. Sie gehen, weil sie wollen. Wandern entsteht als Gangart der Moderne und unterscheidet sich von den Bildungs- und Handelsreisen, sowie von der Walz der Gesellen. Weitere Abgrenzungen bestehen zum Spazierengehen, dem Flanieren und dem Vagabundieren. Pierre Henri de Valenciennes, ein Landschaftsmaler des 18. Jahrhunderts schrieb ein Buch, in dem er seinen Kollegen aus der Kunst nahelegt: Geht! – so wie Rousseau es in seinem Bildungsroman Emil beschreibt. Nicht von A nach B als Zweck der Fortbewegung, sondern um den Prozess des Gehens selbst in den Fokus zu rücken. Dazu gibt es eine höcht interessante Podiumsdiskussion anläßlich der Ausstellung „Wanderlust“ 2018 in der alten Nationalgalerie in Deutschland mit Dr. Claudia Denk, Dr. Frank Matthias Kammel, Dr. Peter-Klaus Schuster und Dr. Birgit Verwiebe.

Im 19. Jahrhundert ist das Wandern ein wichtiges Motiv in der Malerei und Ende des 19. Jahrhunderts entsteht die erste Jugendrevolte: die Wandervogelbewegung. Jugendliche ließen sich nicht wie bei der zweiten Jugendrevolte der 1968er die Haare wachsen, sondern zogen mit der Gitarre durch das Land, suchten Naturräume auf und gestalteten so ihre Freizeit nach ihrem Sinn. Auch Lehrer waren Teil der Wandervogelbewegung und so kann man hier erste Verbindungen zwischen der Pädagogik und dem Wandern erkennen. Die Reformpädagogik ist dabei ein wichtiger Motor und das Wandern wird eine Form der gemeinsamen Gruppenaktivität. Auch die Hitlerjugend erkannte die Vorteile des Wanderns für ihre unrühmlichen Zwecke. In Wanderliedern hört man Metaphern, Querverbindungen zum Leben und pädagogische Noten heraus. Heute wird man das pädagogische Wandern vor allem der verbandlichen Jugendarbeit und der Erlebnispädagogik zuordnen, die ebenfalls ihre Wurzeln in der Reformpädagogik hat. Eine Gruppenwanderung im Sinne der Wandergogik ist also weit mehr als eine Gehstrecke, die wir von A nach B zu bewältigen. All die Wurzeln des Wanderns sind gesellschaftlich als Bilder und Metapher abgespreichert und können nutzbar genmacht werden.

Wozu diese Seite

Es ist derzeit noch offen in welche Richtung sich diese Website entwickelt. Eine offene Methodensammlung? Eine Plattform für Wandergoginnen und Wandergogen? Der Begriff Wandergogik wurde 2022 aus einer Assoziation vom Wort Schreibagogik erfunden und stammt von Michael Gruber-Schilling. Schreibagogik wiederum ist eine Wortschöpfung aus dem Kreis der AGB-TrainerInnen bei der Akademie Gruppe und Bildung. Die Akademie Gruppe und Bildung fühlt seit den 70er Jahren den Puls des Bedarfs von Trainerinnen und Trainern in der Arbeit mit Gruppen.

Leicht-Wandern

Das Leicht-Wandern legt seinen Schwerpunkt weniger auf spektakuläre Anstiege und das Benchmarken mit Höhenmetern sondern auf das gemeinsame „Unterwegs Sein“ und die Bewegung an der frischen Luft. Leichtwandern als Teamevent ist der perfekte Ausgleich zum beruflichen Alltag.

Wandertag für Schulklassen

Das Angebot ist vor allem für Schulen aus Wien interessant. Ob im Frühjahr oder im Herbst, es ist die perfekte Ergänzung zum Unterricht und nach einer langen Zeit im Lockdown ist dieser Wandertag mit Spielstationen der gelungene Projekttag für ihre Schulklasse.

Weiterbildung

Für bereits ausgebildetet Wanderführer und Wanderführerinnnen gibt es Weiterbildungen im Bereich der Wandergogik: wie kann das gemeinsame Wandern pädagogisch genutzt werden. Auch Menschen, die bereits therapeutisch arbeiten, finden im Methodenpool der Wandergogik Möglichkeiten, ihre Zielgruppen "am Weg" zu begleiten.

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